„Jeder verdient die optimale Pflege und Versorgung“

25. Februar 2022

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Spannende Einsichten: Lingener Seniorenvertretung informiert sich über ReKo-Projekt in Zoom-Premiere der Gesundheitsregion EUREGIO.

Regelmäßig lädt die Seniorenvertretung in der Stadt Lingen (Ems) zu Infoveranstaltungen ein, wobei die unterschiedlichsten Themen beleuchtet werden. Bei der jüngsten Zusammenkunft – die erstmals als Zoom-Videokonferenz vonstatten ging – stand das Regionale Pflegekompetenzzentrum (ReKo) der Gesundheitsregion EUREGIO im Fokus. Die Vorsitzende der Seniorenvertretung, Mechthild Goldschmitt, und Geschäftsführer Johannes Ripperda konnten hierzu sowohl Mitarbeiterinnen als auch Klientinnen des seit 2020 im Emsland und in der Grafschaft laufenden Projekts begrüßen. Die Veranstaltung stand unter dem Leitgedanken „Jeder verdient die optimale Pflege und Versorgung“.

Worum geht es eigentlich bei ReKo? Zu dieser Frage lieferte Stefanie Göcken, Projektkoordinatorin für den Bereich Emsland, umfassende Einsichten: Übergeordnetes Ziel von ReKo ist das Bestreben, pflegebedürftigen Menschen das Leben im häuslichen Umfeld so lange es geht zu ermöglichen – und dafür die notwendigen Schritte einzuleiten. Zu den Klient*innen zählen sowohl Menschen mit Pflegegrad oder anstehender Pflegebedürftigkeit als auch pflegende Angehörige.

Geleistet wird die Arbeit in erster Linie durch speziell geschulte Case Manager*innen, die an mittlerweile 12 Standorten in Emsland und Grafschaft sowie beim Universitätsklinikum Münster (UKM) tätig sind. Sie stehen den Betroffenen für ein Jahr als feste Ansprechpartner zur Seite, vermitteln ihnen als Lotsen im „Pflege-Dschungel“ die passenden Versorgungsangebote und machen sie „fit“, um später eigenständig für die nötige Hilfe sorgen zu können. Wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird das auf vier Jahre angelegte ReKo-Projekt durch die Universität Osnabrück. „ReKo ist sozusagen ein zusätzliches Bonbon in den bestehenden Versorgungssettings“, brachte es Stefanie Göcken auf den Punkt.

Eindrücke aus der Praxis schilderten die beim NSK Elisabeth Krankenhaus in Thuine angesiedelten Case Managerinnen Silke Jank und Kirstin Hüwe sowie deren Klientinnen Hannelore Stanojevic und Britta Schräder. Nach einem Krankenhausaufenthalt musste Hannelore Stanojevic zunächst zur Reha und konnte anschließend wieder nach Hause. Kurz vor Weihnachten 2020 lernte sie ReKo-Case-Managerin Silke Jank kennen, die daraufhin verschiedene Hilfen in die Wege leitete: „Sie hat mich bestens betreut und mir viel Mut zugesprochen – ich bin sehr zufrieden“, lobt Stanojevic ihre „Kümmerin“. Britta Schräder gehört zur Zielgruppe der pflegenden Angehörigen: Als Einzelkind hatte sie die Versorgung beider Elternteile zu stemmen und geriet bisweilen auch an den Rand der Überforderung. „Kirstin Hüwe hat mir viele Telefonate abgenommen, zu denen ich keine Kraft mehr hatte“, berichtet sie.

Grußworte sprachen der Vorstandsvorsitzende der Caritas Gemeinschaftsstiftung Osnabrück e.V., Ludger Abeln, und Lingens Erster Stadtrat Stefan Altmeppen. Letzterer würdigte besonders den vernetzenden Charakter von ReKo: „Es gibt zum Glück schon viele Angebote vor Ort, aber wo es diese genau gibt und wie man da herankommt, ist gerade für ältere Menschen ohne Angehörige schwierig herauszufinden“. ReKo sei daher „ein spannendes und wichtiges Projekt, das wir gerne weiter begleiten“. Ludger Abeln betonte, die „Idealsituation“, dass Kinder sich um ihre Eltern kümmern, sei heute nicht mehr so gegeben wie noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig gerieten viele Pflegedienste und Arztpraxen an ihre Grenzen. ReKo biete hier eine Plattform, die alle Beteiligten in den Blick nimmt und „smart zusammenfügt“ – in jedem einzelnen Fall. „Wir als Caritas unterstützen das als ReKo-Kooperationspartner“, bekräftigte Abeln und verwies auf das Motto der diesjährigen Caritas-Kampagne, das gewissermaßen auch zum ReKo-Gedanken passt: „Das machen wir gemeinsam!“

Text Sebastian Hamel

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Thomas Nerlinger

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